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Nun, was eines Abends in einer Bad Homburger Kneipe seinen Ausgang nahm,
endete einige Zeit später wohlgelaunt an Bord. Etwas blaß zwar, aber das
sollte sich schnell ändern.
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Wir hatte die Ehre, die Myra, eine Bavaria 36, auf ihrem ersten Chartertörn segeln
zu dürfen. Die Charterverhältnisse waren etwas kompliziert: gechartert in
Deutschland, Übernahme in Marina Minde, Dänemark, aber Heimathafen in den
Niederlanden. Wir wurden einige Male auf Englisch angesprochen...
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Die ersten Tage waren recht beschaulich. Eher zu wenig Wind, meistens im Übrigen
irgendwie gegenan - eine Tatsache die auf der Tour bis zur Nordspitze Fünens
so bleiben sollte.
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An Bord war aus diesem Grund Faulenzen angesagt - nur die Lufttemperatur hätte
15 Grad wärmer sein können. Vom Wasser ganz zu Schweigen...
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Gegen Nachmittag kam regelmässig Wind auf und so war die erste Nachtfahrt schon
am zweiten Tag angesagt. Die Navigation nach Feuern im kleinen Belt machte schon auf
der Karte einen spannenden Eindruck.
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Die Sonne ging unter und es sollte nicht der einzige phantastische Sonnenuntergang
bleiben!
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Die Nacht zog auf und von Minute zu Minute waren sowohl immer mehr Sterne am Himmel,
als auch Leuchtfeuer am Horizont auszumachen. Die Navigation gestaltete sich trotz
Stromverschiebung dank der ausgezeichneten Sektoren-Befeuerung und der GPS-Unterstützung
recht einfach.
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Ziel des Abends war Assens. Bis dorthin waren einige Kreuzschläge gegen den Wind aus
Nord-West notwendig. Netterweise behielt der Wind seine Stärke bei - etwa 3 Bft.
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Auch der Skipper bekam gegen halb zwei Uhr in der Nacht so langsam glasige Augen...
Aber gegen drei Uhr hatten wir es dann hinter uns und alle sind unverzüglich in
die Kojen gefallen.
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Wobei das Erwachen so leichte Probleme zu bereiten schien...
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Nun, die nächsten Tage auf unserem Weg zur Nordspitze Fünens änderten
nicht viel, ausser daß der Wind auf unserem Weg beständig in östliche
Richtung drehte.
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Da aber Wind und Wetter für die Jahreszeit einfach Spitze waren, konnte die
lausige Kreuzerei der Laune keinen Abbruch tun.
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Vor Fyns Hoved war die See mit einem Mal spiegelglatt. Zusammen mit einer leichten
Bewölkungsveränderung ein Warnsignal...
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Und tatsächlich. Nach zwei Stunden sprang der Wind plötzlich auf Ost und
nahm innerhalb von kurzer Zeit bis auf 5 Bft. zu. Wir schlüpften bei beginnender
Dunkelheit unter ständiger GPS-Kontrolle mit 6 bis 7 Knoten zwischen Romso und
Fünen hindurch. Kerteminde, unser Zielhafen, lag vor uns. Die Vor-Dem-Wind-Ansteuerung
bei Nacht war verständlicherweise spannend. Das im Hafen kreisende Boot war in
Wirklichkeit ein Ampel... Alle waren später froh, im
geschützten Hafen zu liegen.
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Am nächsten Tag blies es mit unveränderter Stärke, aber der Seegang hat
erwartungsgemäß zugenommen. Der guten Laune an Bord hat dies zumindest noch keinen
Abbruch getan!
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Zum Angriff der Brücke über den großen Belt blieb uns wiedereinmal nichts
anderes übrig als zu kreuzen. Ein Unterfangen, was sich, wie sich immer deutlicher
zeigte, aufgrund des starken Gegenstroms nicht durchführen ließ. Unter der Brücke
liefen uns 3 Knoten Strom entgegen. Die verbleibenden 4 Knoten über Grund haben gerade
gereicht, uns in die Kette der Dickschiffe einzureihen. Später hatten Strom und Wind
eine derart hässliche Welle aufgebaut, daß wir froh waren, hinter Langeland in Lohals
Zuflucht zu finden.
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Der Wetterbericht am nächsten Tag verküdete, daß der Wind die nächsten Tage
weiterhin aus Ost mit etwas abnehmender Stärke blasen würde. Ein für unseren
weiteren Weg äusserst günstiger Umstand. Hinter Langeland geschützt ließ die
Welle einiges erahnen...
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... und auch unter Deck war es nicht ganz einfach das Gleichgewicht zu halten!
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Im Sund von Sonderburg gibt es schon ein paar hübsche Häuschen!
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ohne Worte!
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Und in Æroskøbing kam so richtig alte Seefahrerromantik auf. Wenn auch manchem
Zeitgenossen das originale Stadtbild eher kitschig vorkommt.
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Ein hübsches Detail!
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So blieb uns am Ende der Woche wie immer nichts anderes übrig, als klar Schiff zu
machen und mit mehren tränenden Augen wieder Land unter die Füße zu bekommen.
Apropos Land: das soll sich bei einigen der Mitsegler etwas seltsam verhalten haben...
Genannt wurden wackelnde Duschen und schwankende Frühstückstische - wir haben
beschlossen, die Pänomene in nicht allzu ferner Zeit gründlichst zu untersuchen.
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